8. Quantitative Beziehungen
a. Die Stoffmenge n der Einheit mol
Bei der Reaktion von Kupfer mit Schwefel entsteht als
Reaktionsprodukt Kupfer(I)-sulfid. Um diese Reaktion
praktisch auszuführen, benötigt der Chemiker eine Stoffportion
Kupfer der Masse m(Cu) und eine Stoffportion Schwefel der Masse
m(S).
2 Cu + S |
→ |
Cu2S |
|
Anzahl Atome: |
2 Cu- + 1 S-Atom |
= |
2 Cu- + 1 S-Atom |
3 Atome insgesamt |
= |
3 Atome insgesamt |
|
Massen: |
2 · 63,546 u + 32,064 u |
= |
2 · 63,546 u + 32,064 u |
159,156 u |
= |
159,156 u |
Da der Chemiker meistens Reaktionen mit Stoffportionen ausführt,
die mehrere mg oder g ausmachen, ist die Masseneinheit u denkbar
ungeeignet, um die Massen der benötigten Stoffportionen
darzustellen. Die Massen in u eines Atomes kann man aus dem Periodensystem der Elemente herauslesen. Wenn man nun die Massen des Periodensystems in g
benutzt, wie viele Atome stellen diese Stoffportionen dann dar?
Die Beziehung zwischen g und u ist bekannt:
1 g = 6,022 · 1023 u
Für eine Stoffportion von x g erhält man:
x g = x · 6,022 · 1023 u (1)
Die Masse eines Atomes Kupfer beträgt 63,546 u. Nimmt man nun eine Stoffportion der Masse m(Cu) = 63,546 g, dann erhält man durch Einsetzen in (1), (x = 63,546):
63,546 g = 63,546 · 6,022 · 1023 u
Durch Umsetzen erhält man:
63,546 g = 6,022 · 1023 · 63,546 u
Da aber die Masse eines Atomes Kupfer gleich ma(Cu) gleich 63,546 u ist, kann man dies auch anders anschreiben:
m(Cu) = 6,022 · 1023 · ma(Cu)
Die 63,546 g Kupfer stellen also eine Kupferportion der Masse m(Cu) dar, welche aus 6,022 · 1023 Kupferatomen der Masse ma(Cu) = 63,546 u aufgebaut ist.
b. Die Teilchenanzahl N
Kennt man die Stoffmenge n in mol eines Stoffes, so kann man sehr
leicht die Teilchenanzahl N dieser Stoffportion berechnen.
Die Teilchenanzahl N ist proportional zur Stoffmenge n (in mol),
man kann also schreiben:
N ~ n
Durch Einführung der Proportionalitätskonstante NA
(Avogadrosche
Konstante), erhält man eine Beziehung zwischen Teilchenanzahl N
und Stoffmenge n eines Stoffes: ![]()
N = NA · n |
N: |
Teilchenanzahl |
|
Die Beziehung N = NA · n erlaubt die einfache Bestimmung der Teilchenanzahl einer Stoffmenge von n mol. |
Aufgabe ![]()
Wie viele Atome Kupfer sind in einer Stoffmenge n gleich 2,35 mol enthalten?
Die molare Masse M (in g/mol) ist die Masse m (in g) einer Stoffmenge
n gleich 1 mol.
|
Die molare Masse eines Elementes wird im Periodensystem der
Elemente angegeben (Massenzahl in g/mol).
Beispiele:
Molare Masse von Kupfer: 63,546 g/mol.
Molare Masse von Gold: 196,9665 g/mol.
Molare Masse von Schwefel: 32,066 g/mol.
Für eine chemische Formel AaBbCc... lautet die Molare Masse:
M(AaBbCc...) = a · M(A) + b · M(B) + c · M(C) + ...
Aufgabe ![]()
Berechne die Molare Masse von Calciumphosphat.
Kennt man die Masse m einer Stoffportion, so kann man die
Stoffmenge n in mol berechnen.
Aufgabe
![]()
Welche Stoffmenge in mol stellen 5,327 g Gold dar?
Das molare Volumen Vm (in L/mol) ist das Volumen V (in
L) einer Stoffmenge n gleich 1 mol.
|
Zwischen dem Volumen V und der Dichte ρ (rho) eines Stoffes gibt es folgende Beziehung:
| V = |
|
Durch Einsetzen in die Gleichung des molaren Volumens erhält man:
| Vm = |
|
= |
|
Die Molare Masse M ist gleich m/n, durch Ersetzen erhält man:
| Vm = |
|
Bestimmt man die Dichte ρ unter Normbedingungen (bestimmte Temperatur, 0°C und bestimmter Druck, 1 Atmosphäre), dann erhält man die Normdichte ρn, und das molare Normvolumen Vmn:
| Vmn = |
|
Beispiele:
|
Gas |
Formel |
Molare Masse |
Dichte |
Molares Volumen |
|
Sauerstoff |
O2 |
31,9988 |
1,429 |
31,9988/1,429 ≈ 22,4 |
|
Stickstoff |
N2 |
28,0134 |
1,250 |
28,0134/1,250 ≈ 22,4 |
|
Helium |
He |
4,0026 |
0,179 |
4,0026/0,179 ≈ 22,4 |
|
Wasserstoff |
H2 |
2,0158 |
0,090 |
2,0158/0,090 ≈ 22,4 |
e. Satz von Avogadro
Die Tabelle unter "Molares Volume" zeigt, dass gleiche Stoffmengen (hier 1 mol) verschiedener Gase das gleiche Volumen einnehmen (unter Normbedingungen 22,4 L für 1 mol).
Da 1 mol eine konstante Teilchenanzahl von 6,022 · 1023 bedeutet, heisst das, dass gleiche Volumen verschiedener Gase die gleiche Teilchenanzahl besitzen.
Beispiel: Knallgasreaktion:
2 H2(g) | + | O2(g) | → | 2 H2O(g) |
| | |
||
2 x Teilchen | x Teilchen | 2 x Teilchen |
||
2 V | V | 2 V |
Dieser Zusammenhang wurde zum ersten Mal von dem Physiker und Chemiker Amedeo Avogadro (18. Jahrhundert) erkannt:
Satz von Avogadro |
Aufgaben
![]()
1. In 20 mL Sauerstoffgas sind 5 · 1023 Moleküle O2 enthalten.
a. Wie viele Moleküle sind in 40 mL Wasserstoffgas unter gleichen Bedingungen enthalten?
b. Berechne die Anzahl der Moleküle und die Gesamtzahl der Atome, die in 5 L Ammoniakgas unter gleichen Bedingungen enthalten sind.
2. Berechne die molare Masse für folgende Reinstoffe: ![]()
| Al2O3 Ca3(PO4)2 Al(OH)3 |
Ammoniumsulfat Aluminiumcarbonat Ammoniak |