7.13. Elektrochemische Korrosion (Seite 182)
Korrosion: Zerstörung der Oberfläche eines Metalls durch chemische Reaktion mit seiner Umgebung (Beim Eisen spricht man auch von Rosten).
Man unterscheidet zwischen:
| • Flächenkorrosion: | nahezu gleichmäßige Korrosion auf der gesamten Metalloberfläche |
| • Lochkorrosion: | Korrosion die auf einem kleinen Oberflächenbereich stattfindet (Lochfraß) |
| • Risskorrosion: | in Stahlkonstruktionen oder Leitungsrohren (gefährlich weil von außen nicht sichtbar) |
a. Elektrochemische Korrosion: Korrosion die auf Bildung von Lokalelementen beruht
- Beispiel 1:
1. Zinkstab in Säure
⇒ H2-Gasentwicklung und Bildung von Zn2+-Ionen
2. Zinkstab wird mit einem Kupferstab berührt
⇒ viel heftigere H2-Gasentwicklung vor allem am edleren Kupferstab und Bildung von Zn2+-Ionen
Erklärung:
Die Oxidation am Zinkstab (Zn → Zn2+) und die Reduktion an der Oberfläche des Kupferstabs (H3O+ → H2) laufen an räumlich getrennten Stellen ab: da die beiden Metalle sich berühren und die Kontaktfläche von Elektrolytlösung umgeben ist, entsteht auf kleinstem Raum ein kurzgeschlossenes galvanisches Element, Lokalelement oder Kontaktelement.

| Reduktion | 2 H3O+ + 2 e− |
⇌ | H2 + 2 H2O |
Lokalkathode (Kupferoberfläche) |
⊕-Pol |
Oxidation |
Zn | ⇌ |
Zn2+ + 2 e− |
Lokalanode |
⊖-Pol |
Die heftigere H2-Gasentwicklung am edleren Metall ist bedingt durch die Spannung des Lokalelementes: dadurch entsteht ein Elektronenfluß vom unedleren Metall (Lokalanode, hier Zink) zum edleren Metall (Lokalkathode, hier Kupfer) an dessen Oberfläche die Reduktion von H3O+ zu H2 stattfindet.
- Beispiel 2:
Rosten von Eisen (Eisen enthält geringe Mengen an edleren Metallen)
1. Säurekorrosion (überwiegend in sauren Lösungen bei Sauerstoffmangel) ![]()
2. Sauerstoffkorrosion (in neutralen oder alkalischen Lösungen bei Sauerstoffzutritt) ![]()
Die Rostschicht ist spröde, porös und leitfähig, das darunterliegende Eisen wird nicht vor weiterer Korrosion geschützt.
In Anwesenheit von Salzen (Elektrolyte) wird die Korrosion beschleunigt: die Salze erhöhen die Leitfähigkeit und wirken katalytisch.
Aufgabe 1 Seite 183 ![]()
Formulieren Sie für die Reaktion von Eisen mit Salzsäure die Teilgleichungen für Oxidation und Reduktion.
b. Korrosionsschutz beim Eisen (Seite 184)
1. Oberflächenschutzschichten ("passiver Korrosionsschutz") ![]()
- |
Schutz durch einen dünnen fest haftenden Überzug eines unedleren Metalls welches schneller als Eisen korrodiert und so eine schützende Oxidschicht bildet. |
- |
Schutz durch einen dünnen fest haftenden Überzug eines edleren Metalls welches korrosionsbeständiger als Eisen ist und deshalb die Eisenoberfläche vor Wasser und Luft schützt. |
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Wird der Überzug aber beschädigt, so korrodiert Eisen durch Bildung von Lokalelementen rascher als ungeschütztes Eisen. |
- |
Anbringen der Überzüge durch: |
(1) Galvanisieren: |
elektrolytisches Abscheiden an der Kathode |
(2) Schmelztauchen: |
Tauchen des Werkstücks in eine Schmelze des Überzugsmetalls |
(3) Anstreichen: |
Schichten aus Zn3(PO4)2, farblos |
2. Kathodischer Korrosionsschutz ("aktiver Korrosionsschutz")
- Eisenkonstruktionen werden mit auswechselbaren Elektroden aus Magnesiumlegierungen oder Zink leitend verbunden. Magnesium ist ein viel stärkeres Reduktionsmittel als Eisen:
⇒ Eisen bildet die Kathode, das Magnesium bildet eine sich auflösende Anode, die e− fließen vom Magnesium (Schutz- oder Opferanode) zum edleren Eisen wo H3O+ zu H2 reduziert wird.
| Anode | Oxidation | ⊖-Pol | Mg | ⇌ | Mg2+ + 2 e− |
| Kathode* | Reduktion | ⊕-Pol | 2 H3O+ + 2 e− | ⇌ | H2 + 2 H2O |
| Mg + 2 H3O+ | → | Mg2+ + H2 + 2 H2O | |||
- Alternativ können die e− auch vom Minuspol einer Gleichspannungsquelle ("Fremdstromanlage") geliefert werden. Als Anode wird dann Graphit oder Gusseisen verwendet.